Gedanken zur Pferdeerziehung

Ich möchte mich heute mal mit der Pferdeerziehung befassen... Denn ich glaube, ich brauche es gerade auch für mich, nieder zu

schreiben, was bei uns alles funktioniert und warum es in Ordnung so ist...


Wenn andere

Entscheidungen für dich treffen

Am Anfang unserer Zeit war ich recht sanftmütig und Rücksichtsvoll zu meinem Pferd, da er erst Ende zwei Jahre jung war und ich dachte, Mensch der lernt doch noch. Ich habe ihn viel selbst ausprobieren und ihm so auch seine eigenen Fehler machen lassen. Doch dann kam ich auf eine Reitbeteiligung, die so viel mehr Erfahrung mit Pferden hatte, aber viel mehr mit Druck und Dominanz arbeitete. Aber von Außen funktionierte es. Das warf mein Denken wieder komplett über den Haufen...

So kam es, dass immer mehr Zweifel meine Arbeit mit meinem Pferd schwärzten...

Und nun, 4 Jahre später, stehe ich da und mache mir Vorwürfe, was für ein schlecht erzogenes Pferd ich doch hätte, wie unfähig ich doch bin - nur weil er den Huf beim Schmied aus der Hand gezogen hatte. Dann wurde mir von meiner Physio erklärt, dass er genau in diesem Bein verkrampft ist und diesen deswegen nicht so gerne her gibt oder gar lange oben lässt.


Mein Pferd muss nicht immer funktionieren - er ist ein empfindsames Lebewesen!

Wer hat eigentlich definiert, wie ein gut erzogenes Pferd sein muss? Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich denke manchmal, dass die Krone ein Pferd ist, welches IMMER funktioniert.

Also auf Knopfdruck reagiert.

 

 

  • Es macht schon nicht mehr das, was der Mensch  nicht möchte.
  • Es geht immer sofort mit, ohne wiederstand (so kurz er auch sein möge).
  • Es hält sofort an, wenn auch der Mensch stehen bleibt.
  • Es schaut nicht umher.
  • Es ist nie aufgeregt oder fürchtet sich vor etwas.
  • Es knabbert an nichts herum.
  • Es lässt sich überall anfassen, egal ob es diese Stelle eigentlich sehr schmerzhaft findet.
  • Es bleibt immer im ausgemessenen Abstand hinter dem Menschen.

Also ich weiß nicht... Für mich klingt das sehr traurig... Weil es nur noch eine ferngesteuerte Maschine ist. Wie ist mein Pferd?

 

  • Er passt auf, wann ich denn nicht hin sehe um mal an eine Brennessel zu zupfen.
  • Er verschafft sich manchmal zuerst einen Überblick der Umgebung, bevor er mir folgt.
  • Er schaut, dass er sofort zum stehen kommt, wenn ich stehen bleibe.
  • Er sieht sich neugierig in der Umgebung um.
  • Er hat auch mal angst vor etwas, bis er mutig an die Sache rangeht und sich danach stolz fühlt.
  • Er ist ein Wallach - Dinge mit seinem Maul zu erkunden ist völlig normal.
  • Er lässt sich überall anfassen - doch zeigt er auch einmal wo es ihm unangenehm ist.
  • Er geht auch mal schneller als ich - doch auf mich achtet er trotzdem noch.

Ja!

Mein Pferd ist kein Musterpferd!

Er ist ein Lebewesen, der selbst Entscheidungen trifft und auch mal anders handelt, als ich es erwarte.

Doch wenn es darauf ankommt, bleibt er mein Musterpferd!

Wir haben unsere eigenen Regeln, die andere wiederum so sehen, dass er keinen Respekt hätte. Ja ich lass ihm viele Freiheiten... Aber trotzdem hält er sich an die Regeln, die einfach sein müssen. Wie z.B. das Stehenbleiben an einer Straße oder wenn wir einfach so mal warten müssen. Dass er nicht grasen darf, wenn ich es nicht erlaube - stressfreie Sparziergänge und Ausritte :)

Er weicht mir, wenn ich sage, bitte weiche doch. Nicht so schnell, aber na und?! Er kommt - weg von Heu und seinen Kumpels - wenn ich ihn rufe. Und auch beim reiten bleibt er IMMER stehen, wenn ich es sage. Ich finde, das ist wichtig, weil es am gefährlichsten sein kann. Man muss nur an Straßen oder an Traktoren auf Feldwegen denken. Und sonst...? Ja bestimmt noch viele andere Dinge, aber ich will auch noch mit ihm kommunizieren können. Wenn er etwas nicht gut findet, ist es doch sein Recht es mir mit zu teilen. Deswegen ist er noch lange nicht unerzogen...


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